Der Veranstaltungstitel „Crash Kurs NRW – Realität erfahren. Echt hart.“ trifft es auf den Punkt. Das Auditorium ist sichtlich bewegt, als Mittwoch, 24. Februar, rund 500 Schülerinnen und Schüler des Paderborner Richard-von-Weizäcker-Berufkollegs bei der Veranstaltung der Polizei Paderborn dabei sind.
An diesem Vormittag erzählt Pascal Hilleke aus Delbrück von seinem schweren Verkehrsunfall 2007 in Salzkotten-Verne, den er nur knapp überlebte. Die körperlichen Folgen: eine schwere Schädel-Hirn-Verletzung, eine Lungenquetschung, Brüche aller linksseitigen Rippen und einen Leberanriss, Milzentfernung, zwei Schlaganfälle. Die seelischen, lebenslangen Verletzungen sind ein anderes Thema. Denn nichts ist mehr, wie vorher.
Das unterstreichen die weiteren Protagonisten der Veranstaltung, Polizeihauptkommissar Andrea Drost, Klaus Krüger, Notfall- und Polizeiseelsorger, und Notärztin Dr. Adelheid Spils ad Wilken. Sie alle sind Teil der Rettungskette, die nach einem Unfall in Gang gesetzt wird und teilen ungeschönt, teils mit Fotos und Videos ihre Erlebnisse bei schweren Verkehrsunfällen.
Dabei wird deutlich, dass ein Unfall mit schwerwiegenden Folgen an niemanden, auch an Beamten, die zum Beispiel Todesnachrichten an die Hinterbliebenen übermitteln müssen, nicht spurlos vorbeigeht. Statistisch belegt ist, dass von einem schwerwiegenden Unfall weit über 1 Personen aus Familie, Freunden, Angehörigen, Arbeitskollegen sowie Zeugen und Helfern am Unfallort noch im Nachgang betroffen sind.